Wissenswert

Studien belegen: Weiterbildung lohnt sich!

Wer nach abgeschlossener Berufsausbildung und -erfahrung noch einen Abschluss der Höheren Berufsbildung erlangt, hat beste Aussichten. Meister*innen, Bachelor Professional, Fachwirt*innen oder Betriebswirt*innen usw. werden von den Unternehmen händeringend gesucht. Arbeitslosigkeit ist auf diesem Bildungsniveau mit einer Quote von 1,2 % sogar noch seltener als bei Akademikern. Doch die Studie des DIHK aus dem Juni 2023 hat noch andere positive Effekte abschlussorientierter Weiterbildungen ermittelt. In einer Umfrage unter 20.000 Absolventinnen und Absolventen berichten ganze 81 % der Befragten von positiven Auswirkungen auf ihre berufliche Entwicklung:

  • bei 93 % der Absolventinnen und Absolventen hat sich die Weiterbildung positiv auf ihre persönliche Entwicklung ausgewirkt, z.B: weil sich ihr Blickwinkel erweitert hat (74 %) oder sie mehr Souveränität gewonnen haben (54 %) oder weil sich ihr Kommunikationsvermögen und/oder Reflexionsvermögen verbessert hat (um 47 % bzw. um 43 %).
  • 58 % geben teils deutliche finanzielle Verbesserungen aufgrund des höheren Abschlusses an, die bei 60% der Befragten 500 € und mehr ausmachen, bei 26% sind es sogar 1.000 € und mehr pro Monat.
  • 57 % berichten von einer erlangten höheren Position und/oder einem größeren Aufgaben- und Verantwortungsbereich.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig verwunderlich, dass 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen sich wieder für den gleichen Fortbildungsabschluss entscheiden würden.

Die Ergebnisse der DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2023 können Sie hier nachlesen: https://www.dihk.de/resource/blob/96312/74a793ddced52f8a301d94609b8c52ef/erfolgsstudie-weiterbildung-barrierefrei-data.pdf

Auch das Nachholen eines Berufsabschlusses zahlt sich aus

Was der DIHK in seiner Studie für die Abschlüsse der Höheren Berufsbildung festgestellt hat, lässt sich auf Basis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2022 auch auf die mittleren Abschlüsse der Berufsbildung übertragen. Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung waren in 2019 mehr als fünf Mal so oft arbeitslos wie Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Ihre Verdienstchancen lagen etwa 50% unter denen von Menschen, die eine Berufsausbildung hatten. Abschlussorientierte Weiterbildungen wie z.B: eine Umschulung, aber auch schon der Erwerb modularer Teilqualifikationen erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und auch die Einkommenschancen deutlich, so die Studie.

Verbesserung bei den Beschäftigungschancen und beim Einkommen

Wer nach dem 25. Lebensjahr durch eine Nachqualifikation einen Berufsabschluss erlangt, hat über sein gesamtes Arbeitsleben gesehen eine Beschäftigungsquote zwischen 85 und 90 %. Bei Menschen mit einem Berufsabschluss unter 25 Jahren liegt sie im gleichen Zeitraum bei 90 bis 95 %. Die „Spätzünder“ haben beim Durchschnittseinkommen jedoch sogar einen Vorteil gegenüber denen, die bis zum 25. Lebensjahr ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Im Durchschnitt halten die Nachholer ihren Berufsabschluss mit 33 Jahren in der Hand. Mit 35 liegt ihr Durchschnittseinkommen in etwa gleichauf mit dem der zeitlich früheren Ausbildungsabsolvent*innen. Mit 39 bis 40 Jahren überflügeln sie diese jedoch beim Durchschnittseinkommen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Kompetenzen der „Spätqualifizierten“ auf einem aktuelleren Stand sind. Zudem haben sie mit ihrem Abschluss in einem höheren Alter eine hohe Motivation, Mobilität und Flexibilität gezeigt – alles Eigenschaften, die auf dem Arbeitsmarkt einen Vorteil verschaffen können.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Wirksamkeit beruflicher Nachqualifizierung können Sie hier herunterladen: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Aufstieg_durch_Kompetenzen/Berufsabschluss_durch_Weiterbildung.pdf

Fazit

Einen Berufsabschluss nachzuholen, zahlt sich aus: Es steigen nicht nur die Beschäftigungsperspektiven im Vergleich zu Un- und Angelernten, sondern es erhöht sich auch die Chance auf ein höheres Einkommen. Bereits erworbene Teilqualifikationen durch kürzere Weiterbildungsmaßnahmen zahlen sich sowohl für die Beschäftigungsaussichten als auch beim Einkommen aus. Gleiches gilt für den Erwerb eines zweiten, höheren Berufsabschlusses. Die Gefahr, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, sinkt hier spürbar. Gleichzeitig steigen die Einkommensperspektiven deutlich und positive Effekte auf die persönliche Entwicklung sind bei nahezu allen Absolventinnen und Absolventen gegeben.